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Word Pro - mcpp.lwp
C++
Minnnni-eBook
Version 2.01
Autor-Email: dafrewa@lycos.de
Webseite: http://www.freengfoad.de.vu
Dieses Tutorial ist eher für Anfänger geeignet und beschäftigt sich mit den Grundlagen der
Programmiersprache C++. Wer schon einmal ein paar Zeilen in C oder C++ geschrieben und kompiliert hat,
kann das erste Kapitel überspringen. Dieses Tutorial erhebt kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Was brauche ich um anzufangen?
Seite 2
2. Funktionen
Seite 5
3. Variablen
Seite 18
4. Datentypen
Seite 31
5. Schleifen und Abfragen
Seite 33
6. Ungarische Notation
Seite 40
7. Dateien einbinden
Seite 41
8. Aufzählungen mit enum
Seite 44
9. Arrays
Seite 46
10. Zeiger
Seite 48
11. Strukturen
Seite 52
12. Klassen
Seite 54
13. Dateien schreiben und lesen
Seite 61
14. Wie gehts weiter?
Seite 64
1. Was brauche ich um anzufangen?
1a. Einen Compiler
Zunächst einmal wird ein Compiler benötigt. Dies ist ein Programm mit den man C++ Code in eine
ausführbare Datei (also als .exe für Executive = Ausführbar) umwandelt. Diesen Vorgang nennt man
compilieren oder erstellen und geht nur in eine Richtung, das heißt vom Code zum Programm. Wenn man
also ein Programm ändern möchte, muss man dies in seinen Codezeilen tun und nochmals compilieren.
Beides, der C++ Code und das ausführbare Programm ist unabhängig voneinander. Die Codedateien sind
also das was der Programmierer eingibt und lesen kann, aber der Computer nicht. Und das fertige
Programm kann nur der Computer verstehen aber macht genau das was der Programmierer als C++ Code
eingegeben hat.
Der Code befindet sich in reiner Textform und dieser kann auch jederzeit geändert werden. Die ausführbare
fertig compilierte Datei kann nicht geändert werden und kann zwar gelesen werden, allerdings dann nur als
sinnloses Zeichenchaos wie etwa ^12r#df+_<l2tgg
Die Bedienung des Compilers ist recht unterschiedlich je nach Ausstattung, in älteren meist kostenlosen
muss man dies per Hand eingeben:
[Schlüsselwort fürs kompilieren] <hauptdatei.cpp>
Das jeweilige Schlüsselwort hängt vom Compiler ab und müsste in der Beschreibung des jeweiligen
Compilers stehen. Bei neueren bedienerfreundlicheren und besseren Compilern gibts dafür einen einfaches
Menüpunkt und der Code ist noch grafisch etwas belegt.
Man kann dieses Tutorial aber auch ohne Compiler lesen.
Zur Windows-Programmierung braucht man einen etwas besseren Compiler und die Hauptfunktion sieht
dort etwas anders aus. Windows-Programmierung kommt jedoch hier nicht vor.
Um beispielsweise ein Spiel zu entwickeln, reicht C++ allein nicht aus. Dazu fehlen einem dann noch
Kenntnisse über die Windows-Programmierung (Fenster, Menüs, Kontextmenüs, Dialogboxen usw.) und
Kenntnisse über die Grafikprogrammierung, entweder mit DirectX oder OpenGL.
Falls du nun einen Compiler hast (gibts auch im Web, für dieses Tutorial vollkommen ausreichend, wenn du
nach C++ Compiler suchst), installiere ihn nun. Dann lege ein Verzeichnis an, welches dann die
Arbeitsverzeichnisse enthält. Also zum Beispiel C:\Cplusplus\ mit einzelnen Verzeichnissen für die
Quelltexte.
Für die ersten Programme reicht dann eine Quelltextdatei aus, also main.cpp oder auch test.cpp oder
irgendwas anderes deiner Wahl. Für größere Programme teilt man den Code in mehrere .cpp-Dateien auf.
1b. Bibliotheken
Bibliotheken haben meist die Endung .LIB oder .DLL. Diese sind beim Compiler mit dabei und meist im
Bibliotheken-Verzeichnis. Bibliotheken enthalten eine Reihe Funktionen, die man in sein Programm mit
einbinden und nutzen kann, so brauchtman nicht neu schreiben, was schon da ist. Man kann auch selbst
Bibliotheken erstellen wenn man eine Reihe von ähnlichen Funktionen auch bei anderen
Programmen/Spielen brauchen könnte. Bibliotheken werden in diesen Tutorial nicht verwendet.
Wenn ein Programm beispielsweise ausgibt: Fehler: Audio.DLL wurde nicht gefunden! heisst dies, dass
dem Programm ein paar Funktionen fehlen und somit nur eingeschränkt laufen oder garnicht.
1c. Schreibweisen und Syntax beachten
Syntax ist der Aufbau des Codes. Nur wenn dieser richtig aufgebaut ist, kann man ihn compilieren. Das
heißt unter anderen, dass jede Anweisung mit einen Simikolon zu beenden ist. Danach fängt man am
besten eine neue Zeile an aber dies gehört nicht zum Syntax sondern zur besseren Übersicht. Man kann
auch alles hintereinander schreiben ohne Leerzeichen und Tab´s, aber das ist unübersichtlich.
Der Compiler ist case-sensitive, das heißt er unterscheidet Groß- und Kleinschreibung. Versucht man also
etwas wie "energie" zu ändern und hat diese an anderer Stelle "Energie" genannt, so kann das nicht gehen,
da "energie" nicht "Energie" ist. A und a ist also nicht das gleiche und bei jeden anderen Buchstaben
genauso.
Wenn hier etwas in Anführungszeichen steht, ist nur der Inhalt gemeint. Die Anführungszeichen haben also
außer bei der Textausgabe mit cout nichts zu bedeuten.
Im diesen eBook kommen auch Wörter vor, die vielleicht einige nicht verstehen. Darum hier die 3
wichtigsten erklärt:
Definition = Erklärung/Erläuterung von etwas
Deklaration = Etwas neu einrichten
Initialisierung = Etwas mit einen Startwert belegen
In den C++ Codedateien (meist mit der Endung .cpp) wird man Kommentare machen müssen. Kommentare
sind dazu da, irgendwas in der Quelltextdatei reinzuschreiben, um etwas zu erklären damit man es auch
noch in ein paar Wochen versteht, was eine Funktion macht. Kommentare werden nicht mitcompiliert.
Diese Stellen werden einfach übersprungen.
Wie kann man nun kommentieren? Dazu gibt es 2 Möglichkeiten. Davor noch der Hinweis, dass in diesen
Tutorial Code generell eingerückt ist, um diesen vom übrigen Schriftbild zu trennen.
Möglichkeit 1 eines Kommentares:
Code....
Code... // Kommentar, alles ab // bis Ende der Zeile ist ein Kommentar
Code....
// auch ohne Code vorne, ab den beiden Strichen ists ein Kommentar und
// gehört nicht zum Code
Möglichkeit 2 eines Kommentares:
Code...
Code...
/* Alles Zwischen /* und */ ist ein Kommentar, auch über ganze
Zeilen können auskommentiert werden. Es lässt sich so
genausogut auch Code auskommentieren. */
Code...
1d. Geschichte von C und C++
C++ ist eine Weiterentwicklung von C und eine der meist verbreitestens und benutzen Programmier-
sprachen. C wurde in den 70er Jahren entwickelt.
Und was nimmt man?
Ob man zuerst C lernt oder gleich mit C++ anfängt ist egal. Da C++ aber auch C aufbaut, fängt man am
besten mit C++ an, da man dieses wohl auch eher braucht. Außerdem ist C manchmal nicht ganz so
einfach zu nutzen, da es dort keine Klassen gibt, man kann den Speicher nicht allokieren und es gibt keine
Funktionsprototypen und somit ist auch kein Überladen von Funktionen möglich.
Um es anders zu sagen, man lernt nicht erst wie man eine Schallplatte auflegt, wenn es CD´s gibt, ausser
man möchte dies unbedingt.
1e. Objektorientierte Sprache
C++ ist eine objektorientierte Sprache. Das heißt, dass es besser strukturiert ist. Man nehme also als
Beispiel ein C++ Code, der über mehrere 1000 Zeilen geht. Davon sind dann 240 für die eine Sache, 120
für eine andere, 300 Zeilen nur für Audio usw. Nun kann man einzelne Objekte auch in anderen
Programmen verwenden, indem man das Audio-Objekt einfach dem neuen Projekt hinzufügt. Schon kann
man dessen Funktionen nutzen, ohne den Code des Objektes genau kennen zu müssen.
Was sind nun Objekte im Klartext? Das können sein: Laderoutinen für bestimmte Formate, ein Spieler und
dessen Bewegungen, Audioroutinen zum laden und abspielen von Sounds, Objekte für den Input, also für
Maus/Tastatur, Objekte für die 3D-Kamera und andere.
Und Codetechnisch? Codetechnisch heißt dies, dass man seine Objekte in Klassen unterbringen kann, und
der Inhalt dieser Klasse eigentlich nicht interessiert. Hauptsache man kennt die öffentlichen Funktionen.
Denn dann kann man diese nutzen und auch wieder in neueren Projekten verwenden. Denn wie oben schon
erwähnt braucht man nicht das Rad neu zu erfinden (sonst könnte man gleich mit einen Betriebssystem
anfangen, was etwas dauern könnte).
Und Codetechnisch die Zweite: Um es mal auch verständlich für die auszudrücken, die nicht wissen, was
eine Klasse ist:
Man muss nicht wissen wie ein Auto oder Fernseher oder gar ein Flugzeug funktioniert oder von innen
aussieht. Man muss nur die öffentlichen Funktionen An, Aus, Schneller, Bremsen und diese Sachen
wissen. Bei einen neuen Flugzeug wird man sicherlich nicht alles neu entwickeln, denn das würde
Jahrzehnte dauern, sondern bestimmte Objekte wiederverwenden. Oder anders gesagt: Wenn man nur den
Benzinverbrauch eines Autos verringern möchte, bastelt man nur am Motor, und nicht an der Lenkung oder
Scheibenwischer. Klassen werden später noch erklärt.
1f. Wozu man C++ braucht
Es gibt noch andere Programmiersprachen, davon ist C++ jedoch einer der verbreitesten und schnellsten.
Die meisten Anwendungen sind mit C++ geschrieben. Dazu zählen Grafikprogramme, Spiele, Browser,
Textverarbeitung und andere. Es gibt heute auch schon viele Module und Bibliotheken, die einen viel Arbeit
abnehmen, um nicht ganz von vorne anzufangen. Allerdings muss man darauf teilweise Lizenzgebühren
zahlen, so auch für bestimmte Datei-Formate, falls man dafür Laderoutinen zur Verfügung stellt (nicht für
das bloße Abspielen). Demzufolge werden kostenlose Super-Mega-All-Media-Player nicht unterstützt, auch
wenns dafür alle möglichen Laderoutinen schon gibt.
2. Funktionen
2a. Eine allgemeine Beschreibung
Funktionen erfüllen irgendeine Aufgabe, Beispiele:
Produkt ausrechnen, Sprite Darstellen, Menü zeigen, Mauszeiger verstecken, Programm beenden, Datei
öffnen, Datei speichern, Song abspielen, Bild verkleinern, Bild löschen, Figur springen lassen, Auto starten,
Tür öffnen, Fenster öffnen, Licht anmachen, CD brennen, PC runterfahren, Anwednung starten, Online sich
einwählen, Ball fangen, Essen, Würfel malen, Farben ändern, Text verschlüsseln und viele viele mehr.
Funktionen beginnen mit einen Rückgabetyp, es folgt ein Name für die Funktion und schließlich folgt der
Funktionsrumpf. Die geschweiften Klammern { und } öffnen und schließen den Funktionsrumpf.. Das ganz
sieht dann etwa so aus:
Rückgabetyp Funktionsname()
{
Inhalt der Funktion oder
was die Funktion so macht
}
2b. Die Funktion Main
Es gibt eine Hauptfunktion. Diese muss main (kleingeschrieben) heissen. Nur diese startet von alleine.
Alle anderen Funktionen müssen aufgerufen werden.
Erstmal folgendes Beispiel, daran wird dann Zeile für Zeile erklärt.
1:
#include <iostream.h>
2:
3:
void main()
4:
{
6:
int eingabe;
7:
cout << "Wieviel Äpfel essen?\n";
8:
cin >> eingabe;
9:
aepfel = aepfel - eingabe;
10:
cout << aepfel << endl;
11:
}
Die Nummern mit den Doppelpukten sind nur da, um hier die Zeilen zu erklären. Falls du einen Compiler
installiert hast, übernehme jetzt diese Zeilen in eine neue .cpp-Datei (kann mit jeden Texteditor erstellt
werden, falls im Compiler keiner vorhanden ist). Dann compiliere die .cpp-Datei und du hast dein erstes
selbstgemachtes Programm.
Nun zur Erklärung der einzelnen Zeilen:
Zeile 1:
#include heisst dass man eine weitere Codedatei einbindet. Wenn dies hier also die Datei main.cpp ist,
dann wird noch iostream.h und iostream.cpp eingebunden (man braucht nur immer die Headerdatei, also
mit der Endung ".h" einbinden, welche dann die dazugehörige .cpp-Datei einbindet). In dieser Datei sind nun
weitere Funktionen, hier im Programm für Eingabe und Ausgabe.
Zeile 2 ist zu besseren Übersicht völlig leer.
Zeile 3:
Hier beginnt eine Funktion, dieses Programm hier hat nur diese eine. Es ist die Funktion main. Diese
muss so heissen, für alle anderen kann man den Namen frei wählen und alle anderen werden dann
aufgerufen von einer Stelle in main oder von einer anderen Funktion heraus. Das Wort "void" davor steht
für den Rückgabetyp. Erstmal wird hier nur void verwendet und damit weiß der Compiler, dass dies eine
Funktion ohne Rückgabewert ist, also eine Funktion, die keine Werte zurückgibt.
5:
int aepfel = 4;
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