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Sprachvariation
Einführung in die Linguistik des Deutschen
www.schneid9.de/linguistik.html
Sprachvariation
Dimensionen sprachlicher Variation:
mediale Dimension:
gesprochene Sprache – geschriebene Sprache
historische Dimension:
750–1050 Althochdeutsch, 1050–1350 Mittelhochdeutsch,
1350–1650 Frühneuhochdeutsch, seit 1650 Neuhochdeutsch
regionale Dimension:
Standardsprache – Umgangssprachen – Dialekte
soziale Dimension:
Sondersprachen, Fachsprachen, Berufssprachen, Gruppensprachen
stilistische Dimension:
gehoben – normalsprachlich – umgangssprachlich – salopp – vulgär
Regionale Variation:
Standardsprache
Umgangssprachen
Dialekte
Gültigkeit:
überregional, aber
leichte regionale Ab-
weichungen möglich
(Akzent)
regional, aber i.d.R.
überregional verständ-
lich
lokal (Ortsmundart)
Medium:
vorwiegend geschrieben vorwiegend gesprochen vorwiegend gesprochen
soziales Prestige:
hoch
mittel
eher niedrig
Verwendung:
vorwiegend in öffentli-
chen Situationen
vorwiegend in privaten
Situationen
in privaten Situationen
Normierung:
grammatisch, orthogra-
phisch und orthopho-
nisch normiert
nicht normiert (varian-
tenreiches Kontinuum
zwischen Dialekt und
Standard)
nicht normiert, aber
als relativ homogene
Sprachsysteme be-
schreibbar
gegenwärtige
Tendenz:
Annäherung an die
Umgangssprache
Vereinheitlichung
Abbau
Beispiele:
Zentralhessisch Meißnisch
Standardsprache
Das haben wir nicht gesagt. Es wird bald anfangen zu regnen.
Umgangssprache
Das ham wir nich gesacht. ’s wird bald anfang zu reechnen.
Das ham mir net gesacht. ’s werd balde anfang ze räächn.
Das hawwe mir net gesacht. ’s wärd balde åånfang mit räächn.
Dialekt
Des hu
mir nit gesaat. ’s ward bååle åånfang mit raan.
(Ortsdialekt Eisemroth)
’s ward bååe uanfang mid raain.
Grobeinteilung der deutschen Dialekte nach der Realisierung der 2. Lautverschiebung:
Typische Merkmale von Umgangssprachen:
z.B. Norddeutschland: Nichtunterscheidung
von
[e:]
und
[E:]
, Rundung von
i
, Spiranti-
sierung von
g
, Ersetzung von
pf-
durch
f-
,
-ng
durch
-nk
— Mitteldeutschland: Nicht-
unterscheidung von stimmhaften und
stimmlosen Konsonanten, Zusammenfall
von
[ç]
und
[S]
— Bayern und Österreich:
Vokalisierung von
l
, Vorhandensein zweier
a
-Laute
Assimilationen und Konsonantenvereinfachungen z.B.
nich, net, nix, is, ham, sin, meim
Kürzung des Artikels und anderer unbetonter
Wörter
z.B.
e, ne, ner, s; was, mal
Kürzung von Adverbien mit
her-
und
hin-
z.B.
ran, raus, rein, rüber, runter
Verschmelzung von Funktionswörtern
z.B.
inne, vonne, son, mitner; überm, ausm,
mitm, vors, fürs, fürn
Verschmelzung von Verb und Personalpronomen
bei Inversion
z.B.
haste, hammer, hamse
Wegfall der Endung -
e
in Verbformen z.B.
ich hab, sag, hol, konnt, wollt; leg!, setz!
Wegfall der Endung
-en
bei schwachen Maskulina z.B.
den Bär, dem Automat
Dativ statt Genitiv zur Besitzanzeige
z.B.
das Auto von meim Vater, meim Vater
sein Auto
Ersetzung des Personalpronomens durch das De-
monstrativpronomen
z.B.
der bleibt nich lange; jetz stell dir vor,
die lesen das; die hat mir ne Karte geschickt
bestimmter Artikel vor Namen
z.B.
die Petra, der Oliver; der Schröder, die
Merkel
Präpositionen mit Dativ statt Genitiv
z.B.
wegen dem Kind, statt dem gelben
Komparativpartikel
wie
und
als wie
statt
als
z.B.
jünger wie ich, anders als wie meins
erweiterte Formen mit
tun
als Hilfsverb
z.B.
und saufen tut er wie ein Loch; da tu
ich mal nachschaun; ich tät sagen
Fehlen des Konjunktivs I
z.B.
ich hab gehört, der is dabei eingeschlafen
Parataxe statt Hypotaxe
z.B.
ich geh nich ins Kino, ich hab kein Geld;
ich versprech, ich lauf nich weg
pronominale Wiederaufnahme des Subjekts
z.B.
die Mutter, die is einkaufen gegangen;
mein Chef, der hat gesagt
Ausklammerung, besonders bei adverbialen Er-
gänzungen der Zeit und des Ortes
z.B.
der hat mir n neuen Fußball gebracht
gestern Abend; der hat Post bekommen von
zu Hause
typisch umgangssprachliche Wörter
z.B.
kriegen, kucken, labern, schmeißen;
Hintern, Schlips; dämlich, kaputt; na, tja
phonologische Abweichungen vom Standard
(stark regional bestimmt)
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